Chronik

Entstehungsgeschichte des Marktes Paternion

Die Marktgemeinde Paternion bekam ihren Namen durch den Ort Paternion, welcher auch das Gemeindeamt beherbergt.

Den Namen Paternion erhielt der Überlieferung nach der Ort nach dem Bischof Paternianus, der in der Romagna in Italien lebte und ca. 340 n. Chr. in Fano (südlich von Rimini) starb. Sein Grabmal befindet sich in der dortigen Bischofskirche. Am Platz des Kriegerdenkmals in Nikelsdorf soll sich ein Stein befunden haben, auf dem sich der Sage nach Paternianus bei seiner Reise durch das Drautal ausgeruht hat (Bildstock).

Dieser Paternianus soll der Legende nach die Paternioner Pfarrkirche gegründet haben. Nachweisbar wurde sie jedoch erst im 12. Jahrhundert gegründet und dem Bischof Paternianus geweiht. 1296 wurde der Name St. Paternianus das erste Mal urkundlich erwähnt.

Historischer Überblick

Funden zufolge gehört unser Gemeindegebiet zu den ältesten Siedlungsgebieten Kärntens. Verschiedene Ausgrabungsstücke, wie Steinbeile und ein Grab aus der Hallstattzeit (800 - 400 v. Chr.) in Feffernitz lassen eine Besiedlung dieses Teiles des unteren Drautales schon in der frühen Steinzeit vermuten. Seit damals bezeugen Funde eine kontinuierliche Besiedlung bis in die Gegenwart. Wesentlich zu der Besiedlung beigetragen haben dürften einerseits die schon früh entdeckten Blei-, Zink-, Kupfer- und Eisenvorkommen, die an verschiedenen Stellen zu Tage traten, andererseits aber auch der goldhältige Schotter und Sand in der Mögere und in Tragin.

Der Goldbergbau in Klassach (zwischen Nikelsdorf und der Kreuzen) förderte die Entstehung einer Siedlung auf dem Nikelsdorfer Feld. Aus religiöser Sicht gesehen, scheint es sich hierbei um eine Mithrasgemeinde gehandelt zu haben, da östlich von Nikelsdorf ein dem "unbesiegten Gotte Mithras" geweihter Stein gefunden wurde.

Ein zweiter wesentlicher historischer Lichtblick, der aus römischer Zeit in unsere Gegenwart herüberleuchtet, ist der Dueler Hügel. Auf diesem wurde von den Römern ca. 400 n. Chr. eine Burganlage errichtet. Diese gehörte wahrscheinlich zu der militärischen Anlage, die sich durch ganz Kärnten zog und zum Schutz gegen die vordrängenden Germanen gedacht war. Auf dem Scheitel des Dueler Hügels stand eine frühchristliche Pfeilerbasilika, die erste Kirche im unteren Drautal, von der heute nur noch die Fundamente zu sehen sind.

Die Burganlage mit der Basilika bestand bis in das 7. nachchristliche Jahrhundert. In dieser Zeit wurde sie von den westwärts ziehenden Slawen zerstört. Der Zahn der Zeit nagte an dem Gemäuer,die Stätte wurde im Laufe der Jahrhunderte von Wald überdeckt und erst in den Jahren 1928/29 unter der Leitung von Prof. Dr. Rudolf Egger wieder ausgegraben. Funde, die aus Duel und der Umgebung stammen, sind heute im Museum von Teurnia zu sehen.

Unter dem Sohn Maximilians I., Ferdinand I., wurde Paternion am 28.06.1530 zum Markte erhoben. Die Marktfreyung war das äußere Zeichen dafür, daß der Ort zum Markt erhoben war. So war mit dem Privileg, in regelmäßigen Zeitabständen einen Markt halten zu dürfen, der örtlichen Obrigkeit auch das Recht zugestanden, zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit wirksamer und strenger strafen zu dürfen als sonst.

Mit Bescheid der Kärntner Landesregierung wurde am 02.06.1980 der Marktgemeinde Paternion das Recht zur Führung eines Gemeindewappens und einer Gemeindefahne nach folgender Beschreibung erteilt:

"In Rot aus silberner vierzinniger Mauer mit dreizinnigem Torturm wachsend der Heilige Paternianus in silbergefaßtem blauen Mantel, gleicher Mitra und violettem Unterkleid, in der linken ein offenes silbernes Buch, in der Rechten einen silbernen Bischofstab haltend. Die Fahne zeigt die Farben Rot-Weiß mit eingearbeitetem Wappen."
 

Marktfreyung